4. Sinfoniekonzert: Spannungsreich

4. Sinfoniekonzert: Spannungsreich
Sonntag | 13. Januar 2019 | 11:15 Uhr


Liisa Hirsch (*1984): ‚Mechanics of Flying‘ für Orchester
Sergei Prokofjew (1891—1953): Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26
Peter Tschaikowsky (1840—1893): 5. Sinfonie e-Moll op. 64

Im Jahre 2016 gewann die junge estnische Komponistin Liisa Hirsch, die 2019 im Rahmen des Projekts a.i.r. als Artist in Residence in Oldenburg wirkt, mit ihrem Orchesterwerk ‚Mechanics of Flying‘ den Europäischen Komponistenpreis. Wie sie selbst berichtet, ließ sie sich bei diesem Stück von den riesigen windbetriebenen Skulpturen des niederländischen Künstlers Theo Jansen inspirieren. Anders als möglicherweise zu erwarten gewesen wäre, entstand dabei jedoch keine mechanisch monotone Maschinenmusik, sondern ein Werk voller Klangmagie, das die Poesie des Windes zu atmen scheint, der die überdimensionalen Wesen belebt.

Zwei Klassiker der russischen Konzertliteratur ergänzen das Werk: Prokofjews drittes Klavierkonzert lebt innerhalb seiner ausgewogenen Dreisätzigkeit gerade von seinen inneren Kontrasten: Rhythmische Schärfe und schroffe dynamische Brüche stehen hier neben romantischer Melodik und volksliedhaften Einfällen und verleihen dem Werk seine immense Spannung.

In Tschaikowskys fünfter Sinfonie findet das menschliche Ringen mit dem übermächtigen Schicksal seinen musikalischen Widerhall. Subjektiv, ohne programmatisch zu sein, drückt sie – so beschreibt es der Komponist selbst – das aus, „wofür es keine Worte gibt, was aber aus der Seele drängt und ausgesprochen werden will“.

Solist: Alexej Gorlatch
Dirigent: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester