Siegfried

Siegfried
Sonntag | 14. Oktober 2018 | 17:00 Uhr


Richard Wagner (1813 — 1883)

Zweiter Tag des Bühnenfestspiels
‚Der Ring des Nibelungen‘
in deutscher Sprache mit Übertiteln

Wotans Hoffnungsträger Siegmund ist tot, das mächtige Schwert Notung zerbrochen und die Lieblingstochter Brünnhilde in Tiefschlaf versenkt – am Ende der ‚Walküre‘ sah Wotan all seine Pläne zur Rückgewinnung des mächtigen Rings zerschlagen … Doch nun glimmt wieder ein Fünkchen Hoffnung auf: Siegmunds und Sieglindes Sohn Siegfried, der im Wald von Mime aufgezogen wird, entwickelt sich als ein Wälsung ganz nach Wotans Geschmack:Furchtlos und frei begegnet er allen Gefahren (und leider auch seinem Großvater ohne jeden Respekt). Dadurch vermager mit dem eigenhändig neu geschmiedeten Notung Fafner zu besiegen, der drachengleich über den Nibelungenschatz wacht. Dem Rat eines gesprächigen Waldvögelchens folgend, nimmt Siegfried Ring und Tarnkappe an sich und folgt seinem jugendlichen Trieb zur schlafenden Brünnhilde, wo mit seiner essentiellen Erkenntnis „Das ist kein Mann!“ eine ergreifende Liebesbeziehung von großer Tragweite beginnt. Im dritten Teil der Ring-Tetralogie betritt mit Siegfried eine zentrale Gestalt der Deutschen Heldensagen die Bühne: aber nicht mythologisch verklärt, sondern ganz im Sinne Wagners „im Bauernhemd“. Diesen grundsätzlichen Gedanken des Komponisten fortführend, legt Paul Esterhazy in seiner szenischen Umsetzung des „Weltendramas“ die allzumenschliche Seite der Geschehnisse offen, die er in einem bäuerlichen Mikrokosmos jenseits der restlichen Zivilisation ansiedelt. Auf der Drehbühne, die auf geheimnisvolle Weise eine Vielzahl an Räumlichkeiten birgt, steht u. a. mit Zoltan Nyári als Siegfried, Thomas Hall als Wotan, Nancy Weißbachals Brünnhilde und Timothy Oliver als Mime sowie Marta Świderska als Erda ein Cast, der schon in den vorangehenden‚Ring‘-Teilen nicht nur die Wagner-Szene nach Oldenburg blicken ließ.